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[P52-14] #4 – Ich bin…

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ich bin
…öfter mal ein Pechvogel.
Sei es der kaputte Autoschlüssel ein, zwei Tage nach Übernahme. Oder auf absolut unerklärlicherweise verschwundene Fotos, die im Rahmen meines Volontariats unbedingt für einen Zeitungsartikel herhalten sollten (nein, die Fotos sind nie wieder aufgetaucht). Ein geplatzter beruflicher Termin, weil die einzige Kreuzung weit und breit wegen eines Unfalls vollgesperrt war. Ein SuperComputerVirus, den ich versehentlich aktiviert und damit meinen und den Arbeitstag aller meiner Kollegen komplett lahm gelegt habe (von den Kosten mal ganz zu schweigen)…

Ach ja, da gäbe es noch so einiges mehr. Witziger- und unangenehmerweise zugleich passieren mir die blödesten Dinge allerdings immer am Anfang eines Arbeitsverhältnisses, der Ausbildung, eines Praktikums. Aber wenns löpt, dann löpts. Tröstlich, oder?

Alle anderen Wochenbeiträge zum Projekt 52 gibt’s hier:

Dabei sind sie gar nicht blond

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Schon von Weitem winken sie mir fröhlich zu. Vier oder fünf gut gelaunte Mädels in einer ruhigen Hamburger Seitenstraße. Mitte bis Ende Zwanzig. Sonntagnachmittag.

Keine Ahnung, warum sie mich anwinken. Ich muss aber aus parkplatztechnischen Gründen ohnehin an ihnen vorbei fahren. – Und anhalten. Zumindest geben sie mir entsprechende Handzeichen dazu.

„Haben Sie vielleicht ein Starterkabel?“, lautet kurzerhand der Anhaltegrund. Sorry, muss leider passen.

Die wenigen nächsten Autofahrer werden befragt und antworten mit selben Ergebnis. „Hat denn hier niemand ein Starterkabel“, beginnt bei einer der jungen Damen allmählich lautstark die Verzweiflung einzusetzen. Wer weiß wie lange sie schon hilflos am nicht anspringenden Auto stehen…

Allerdings lange genug, dass einer der vier oder fünf Mädels nun doch ein kleiner Geistesblitz ereilt:
„Vielleicht hab ICH ja ein Starterkabel?!“

Auf ungewöhnlich umständliche Art wühlt sie sich von der Rückbank in den Kofferraum. Erst auf der linken Seite, dann auf der rechten Seite. Die Rückbank lässt sich offenbar nicht einfach umklappen. Genauso wenig wie sich die Kofferraumtür öffnen lässt. Macht aber alles nix, denn „Ich hab ein Starterkabel!!!“, kreischt sie nach etwas Aufwand freudig hervor.

Und da sage nochmal jemand, Frauen wüssten sich nicht zu helfen!

Anmerkung: Trotz mehrmaligem Zwicken meinerseits hat sich dieses Ereignis als tatsächlich und nicht geträumt herausgestellt.

voll doof

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„Leben ist das, was passiert, während man andere Dinge plant.“

Treffender lässt es sich zur Zeit nicht ausdrücken, warum der Blog und noch einige andere Dinge Tag für Tag aufs Neue vertröstet werden müssen von mir. 😦

Trotzdem habe ich immer noch die Hoffnung, dass sich das baldmöglichst ändert und sich auch auf der Momentewiese wieder eindeutig mehr tut. Bis dahin versuche ich zumindest via facebook ab und an kleine Lebenszeichen von mir zu geben.

Huch, das war wohl mein Todesblick

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„Sie hat genau gesehen, dass du sie mit deinen Blicken brutal getötet hast,“ ließ mich Großer Schatz am Tag nach unserer ersten Geburtsvorbereitungsstunde wissen.

Na und? Soll sie doch!
Ganz ehrlich, ich find die Hebamme absolut klasse. Gut gelaunt und superwitzig. Nur ihre Einstandsübung – für berufstätige Eltern wie wir, nach einem Zehn-Stunden-Arbeitstag – war alles andere als witzig. Nicht mal ansatzweise zum Schmunzeln geeignet. Stattdessen hätte ich lieber gleich die Flucht nach vorn bzw. nach draußen angetreten. Ernsthaft.
Acht schwangere Paare stehen sich im Kreis gegenüber und halten die Arme auf Schulterhöhe, so dass die eigenen Hände sachte aneinanderstoßen. Klingt erstmal harmlos. In Wirklichkeit ist es die Hölle. Nach zehn Minuten! Nein, das stimmt nicht ganz. Sie ist auch schon vor Ablauf der zehn Minuten eine reinste Qual.

Okay, ich geb zu, ich konnte die Uhr gar nicht sehen. Musste mich also auf meine innere Uhr verlassen. Die hingegen versicherte mir hoch und heilig, geschlagene 60 Minuten in dieser beknackten misslichen Lage gesteckt zu haben. Mein Bizeps protestierte sekündlich lauter und drohte sogar damit, mir die Oberarmenhaut zu sprengen. Jawohl!

„Ihr könnt alles tun, was ihr wollt, damit es für euch angenehmer wird – außer die Arme runternehmen“, schlug die Hebamme uns von Zeit zu Zeit vor und wiegte sich dabei selig lächelnd nach links und rechts.
Wie zu grimmigdreinblickenden Salzsäulen erstarrt, gaben alle regungslos ihr Bestes und hofften auf ein schnelles Ende dieser Endlosqual.
Nur ein einziger Teilnehmer, ein Mann, tat es der Hebamme gleich und schaukelte mit zufriedenem Gesichtsausdruck hin und her. Ohne seine Arme auch nur einen Zentimeter absacken zu lassen. Es war genau jener Mann, der mir am nächsten Tag erzählte, er – und auch die Hebamme – hätten meine Todesblicke ganz genau wahrgenommen…

Und ich hatte mir schon Sorgen gemacht, ein siebenwöchiger Partner-Geburtsvorbereitungskurs könnte meinen Schatz langweilen.

Flensburger Punkte zu verschenken

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S-Bahngespräch am Morgen. Zwei Mädels, beide um die 18 Jahre alt. Thema „Führerschein-Nachschulungen von Freunden“.

Nachdem genauestens erläutert wurde, dass derlei Fahrerziehungsmaßnahmen finanziell extrem schmerzhaft ausfallen, gibt Freundin #1 ihre Taktik für die Sicherheit des eigenen, wohl noch nicht vorhandenen Führerscheins preis:

#1:„Ich werd mir kein eigenes Auto holen. Ich nehm dann das Auto von meiner Mutter, meinem Freund und von der Mutter von meinem Freund. Und wenn ich dann irgendwelche Scheiße baue, geb ich denen die dreizig Euro oder wie viel das kostet und das wird auf deren Namen berechnet.“

#2:
„Aber das wird dein Freund nicht mitmachen. Dann kriegt er die Punkte oder wenn du so was Krasses machst, dass er zur Nachschulung muss?!“

#1:
„Mein Freund wird ja wohl nicht sagen, dass ich gefahren bin.“

Dem möchte ich nichts hinzufügen – außer reiner Fassungslosigkeit.