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Und da war er – Quälinator

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Ich hatte ja eine Fortsetzung meiner SturmfreienTageGeschichte versprochen. Womöglich wird sogar eine tägliche Berichterstattung daraus.

Aber vorher kurz auf Anfang.
Aaalsoo, Junior nimmt an einem supersupertollen FußballFerienStrandCamp teil. Und weil das soso toll dort sein soll, hat sich Großer Schatz doch gleich mit angemeldet. Als Betreuer. Mein eigentlicher Plan, meinen Sommerurlaub in den zwei Wochen davor zu legen, ging aus betriebsorganisatorischen Gründen leider nicht auf. Wobei mir das auch erst auffiel, nachdem ich den Urlaubsantrag (inkl. dieser sturmfreien Woche) abgegeben hatte. In der Annahme, meine Männers würden erst nächste Woche losdüsen.

Wie dem auch sie, Herr Schlechtes Gewissen fragte mich natürlich eindringlich, ob ich Junior zuliebe nicht doch auf diese Woche „frei“ verzichten möchte. Immerhin ist arbeitsfrei ein kostbares Gut für Eltern und Kinder!
Recht hat er. Aber möchten – ganz ehrlich – mochte ich irgendwie nicht. Und wie bereits gestern erwähnt, finde ich es nach zehneinhalb Jahren Muttersein ganz angemessen, mich mal selbst belohnen zu dürfen…

„ICH könnte das ja nicht – mein Kind so lange weggeben“, musste sich meine Vorfreude letzte Woche von anderen Müttern angreifen lassen. Ungeachtet dessen, dass Sohnemann freiwillig und voller Freude und mit Freunden (!) dort hinfährt. Ebenso wie „Jetzt bist du die ganze Woche alleine? Das wär ja nix für mich!“

Nein, auf Dauer wär das sicher auch nix für mich. Aber für neun Tage? Yippiieh!!!! Auf jeden Fall! Und auch wenn die ständigen Nachfragen aus dem Familienkreis á la „Und wie ist das so, ganz alleine?“ und „Ist dir nicht langweilig?“ so richtig nerven. Es ist einfach wunderbar! Wer hat denn auch gesagt, dass ich mich die Tage in meinem Kämmerlein einschließe und jeglichen Kontakt zur Außenwelt meide?

Okay, das reicht hoffentlich allemal als Einstieg. Immerhin besteht mein Tag jetzt aus viel tolleren Dingen, als sich über so etwas den Kopf zu zerbrechen. Angefangen mit aufstehen, wann ich Lust dazu empfinde. Naja, oder so wie heute, wann unsere Katze meint, es wäre Zeit dafür. Blöd nur, dass ihre Weckzeiten immer einige Stunden vor meiner gewünschten Aufstehzeit liegen.

Aber zumindest hat sie nix gegen eineinhalb Stunden Frühstück mit Zeitung einzuwenden. Absolutes Muss (wenn man schon Gelegenheit hat). Dass währenddessen die gewaschene Wäsche nicht einfach mal von allein in die Schränke wandert – ich versteh das nicht. Muss ich diese Woche aber auch nicht. Dann wandert sie eben von meinem Schreibtisch erneut aufs Bett. Bis heute Abend. Dann gehts zurück. 🙂

Eines der tollsten Dinge:
Jeden Tag wird jetzt Sport gemacht. Das Joggen habe ich schon vor ein paar Wochen wieder aufgenommen. Und sogar Spaß dabei. Aber ich will sehen, dass ich diese Woche jeden Tag an einem Fitnesskurs teilnehme. Gestern sollte für eine Freundin und mich eigentlich die große Zumba-Premiere starten. Dass der Kurs an dem Tag um die Zeit immer sehr voll sein soll, davon hatten wir vorher gelesen. Aber wer geht denn bei diesem Supersommerweter in den Ferien zum Zumba? Exakt 76 Frauen (vielleicht auch Männer, das war bei der Masse nicht mehr ersichtlich und auch total unwichtig). Und wer jetzt denkt, zwei winzigkleine Plätzchen wirds doch trotzdem noch irgendwie geben – Nein. Hab ich vorher noch nie erlebt. Aber nix zu machen. Dann eben Bodyfit. Dass der Trainer seine Schäfchen vorher beim Fit Fight in überlauter Drillmanier mit „SCHNELLER!!!“ „HÖHER!!“ mächtig ins Schwitzen gebracht hat, hat uns etwas erschreckt, aber nicht abgeschreckt.

Leider ging meine Theorie, er würde sich beim Fit Fight derart verausgaben, dass er es bei uns etwas ruhiger angehen lässt, nicht auf. Und zwar sowas von gar nicht auf! Den Übergang von Aufwärmen und Loslegen hab ich ehrlich gesagt, überhaupt nicht mitbekommen. Wie sollte ich auch, wenn ich (und die anderen ca. fünfzig Leute) schon nach zwei Minuten im Schweiß baden. Ach was sag ich, im Schweiß schwimmen! Quälinator – die wohl zutreffendste Beschreibung für den eigentlich sehr sympatischen, jungen Trainer. Trotzdem – Bootcamp kann nicht schlimmer sein.

Damit hat sich dann auch meine für heute früh geplante Joggingeinheit erledigt. Meine Beine fühlen sich wie aus Beton gegossen an. Und die vielen Froschhüpfer, mit denen er unseren Po so schön zum knackig machen wollte, haben auch ordentlich Nachwirkungen mit sich gebracht.Wie war das? Wo keine Muskeln sind, kann man auch keine spüren? Ich hab also doch noch Muskeln.
Die werden sich jedoch gleich am Elbstrand schonen, um heute Abend im Sportcenter weiter auf Vordermann gebracht zu werden.

Lang lebe die Königin

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„Lang lebe die Königin“, verkündet großer Schatz, als ich nach alltäglicher Abschiedszeremonie heute früh gerade die Wohnung Richtung Arbeitsstätte verlassen will.

Königin also. Aha. Recht hat er!

In hoheitlicher Manier winke ich meinen Bediensteten noch einmal dezent zu, um sie mit einem „Gehabt Euch wohl“ zurückzulassen. Zugegeben, das „Gehabt Euch wohl“ ist als Abschiedsgruß an die Dienerschaft sicher übertrieben. Deswegen habe ich es auch mehr gedacht als gesagt.

Vermutlich werden der Erste Hofdiener und sein junger Gehilfe die Stunden meiner Abwesenheit nutzen, um an einem mir ausreichend gebührenden Empfang zu feilen. Und wenn ich dann wieder durch das heimische Tor schreite, stehen sie bereits Spalier und lassen die duftigsten Blumen auf mich herabregnen. Bevor sie sich hochachtungsvoll – und dementsprechend tief – verneigen.

Musikanten spielen mir zu Ehren auf. Ich denke da so an Reamonn mit „Supergirl“. Das ist definitiv angemessen.
Ralf Zacherl tischt seine eigens für mich kredenzten royalen Menüs auf. Ja klar, mehrere Menüs. Ein königlicher Gaumen ist nun mal wählerisch.

Ein junger, sportlicher Fitnesscoach nimmt sich nach dem Mahl mit anschließendem Wellnessbad meinen armen, geschundenen Füßen an. Während mir Prinzessin Cindy von Marzahn und die Queen of Blondness Daniela von und zu Katzenberger Gesellschaft leisten.

Und weil jedes Märchen eines glücklichen Endes bedarf, nehme ich meinen treuen und überaus fabelhaften Ersten Hofdiener zum Gemahl und seinen jungen Gehilfen an die Stelle eines eigenen Sohnes.

„Lang lebe die Königin!“