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[P52-14] #13 – Moment mal!

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Mein schlechtes Gewissen ist riesengroß! Viel zu lange blieb es auf diesen Seiten still. Das schlechte Gewissen meiner Waage gegenüber hielt sich bei Eierkuchen und Jumbo-Cocktail allerdings in Grenzen. Denn: „Moment mal!“, sagten sich meine Freundin und ich, „das haben wir uns ja wohl verdient!“

 Alle anderen Wochenbeiträge vom P. rojekt 52 gibts wie immer bei Mondgras:

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Herr Disziplin mal wieder

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Freitagabend. Gestern um genau zu sein. Junior trabt in die Küche, um Leckeres für den Fernsehabend zu finden und stellt mich anschließend in eben dieser Küche vor die Wahl:

Junior: „Du kannst dir aussuchen, was wir nehmen“, zeigt er auf Butterspekulatius und gefüllte Lebkuchenherzen.

ich (seufzend): „Oh Mann, morgen ist doch wieder mein Wiegetag. Ich will ja noch abnehmen und wenn ich jetzt noch so etwas esse…“

Ein sichtlich enttäuschter Junior, der mir allerdings mit Verständnis entgegnet: „Na gut, dann nicht.“

ich: „Wir können es ja so machen – du kannst was davon essen und ich nehm mir einfach einen Joghurt.“

Und während sich Junior schon überlegt, für welche vorweihnachtliche Köstlichkeit er sich entscheiden soll, gucke ich nochmal kurz auf die Kalorienangabe der Lebkuchenherzen. Sicher ist sicher. Vielleicht geht ja doch noch was. Entsetzt stelle ich fest, dass ein Joghurt wohl tatsächlich die bessere Wahl wäre und greife zur Kühlschranktür. Im selben Augenblick wandert mein Blick unerwartet nach oben. Auf den Kühlschrank. Direkt zu den drei Blechdosen. Blechdosen mit selbstgebackenen Keksen. Kekse, die nicht ohne Grund an schlecht erreichbarer Stelle platziert sind…

ich zu Junior: „Wir können natürlich auch die Kekse essen, die wir gebacken haben.“

Begeisterung auf beiden Seiten. Gestern Abend.

Und einen großen Rüffel von Frau Waage. Heute früh.

Toll gemacht, Herr Disziplin!

Die imaginäre Zutat

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Voller schmackhafter Erwartung und quälendem Hunger zugleich steht er extra noch einmal vom Esstisch auf, holt das von ihm gekaufte Glas und streicht einige Gramm des Inhalts aufs mit Butter vorbereitete Vollkornbrot. Wäre keine Hast im Spiel – dem Hunger sei es geschuldet – man würde es für eine Zeremonie halten. Immerhin freut er sich schon lange auf diesen Moment.

Ein Bissen. Etwas Kauen. Ein Augenbrauen-Zusammenziehen. Etwas mehr Kauen. Verstärkte Skepsis, gemischt mit Enttäuschung. Sehr viel Enttäuschung.

„Das schmeckt total nach Karamell“, urteilt mein Liebster seine jüngsten Geschmackserlebnisse mit tiefstem Missfallen.
Nicht etwa, weil er allem Karamelligem abgeneigt ist. Nur:
Karamell in Hausmacher-Leberwurst?

Ich probiere und empfinde eine mögliche leichte – minimalistische – Süße. Eventuell. Liegt allerdings eher an der Beeinflussung durch meinen scharf urteilenden Gegenüber.
Nein, Karamell, bin ich nach dem zweiten Versuch überzeugt, ist dort definitiv nicht enthalten. Warum auch?

„Doch, das schmeckt nach Karamell!“, wiederholt großer Schatz mit dem Brustton der Überzeugung. Sofort studiert er die angegebenen Zutaten auf dem gläsernen Behältnis. Auf der akribischen Suche nach irgendeiner Bestätigung, möge sie auch noch so klein sein. Andeutungsweise würde schon reichen. Augen, Nase, Geschmackssinn – alle müssen ran. Es gilt die ungewöhnliche Leberwurstzutat zu ertappen. Auf frischer Tat, wie sie sich heimlich und unbemerkt in die herzhafte Köstlichkeit geschlichen hat.

Es endet wie von mir vermutet.
Er entdeckt, ganz aufgebracht – nix.
„Da steht noch nicht mal drauf, dass da Karamell drin ist!“, empört sich großer Schatz über die seiner Meinung nach mangelnde Informationsweitergabe.

Das Glas samt Inhalt, den er normalerweise so sehr schätzt, gehört fortan komplett mir alleine. Denn warum sollte mann Leberwurst mit Karamellgeschmack essen. Erst recht, wo Karamell als unerwünschte (und eindeutig imaginäre) Zutat noch nicht einmal vermerkt ist…

 

Gesundtag

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Gesundtag.

Genau. Richtig gelesen. Morgen ist es endlich wieder soweit. Unser persönlicher, ganz eigens initiierter und familiärer Gesundtag steht an. Auf Freiwilligenbasis versteht sich.

Aufgrund des gemeinsamen Wunsches von mir und großem Schatz, die Körpermasse-Reduktion anzukurbeln, gibts morgen Fitness zum Löffeln und Aufgabeln. Bezüglich des Relax-Wunsches, der schon während der letzten Woche und nicht erst wie der Gesundtag heute spontan gefasst wurde, bleibt die Sache mit dem Sport erst mal offen. Spontan eben.

Morgens Müsli mit Naturjoghurt. Mittags Reispfanne mit viel Gemüse, fleischlos. Selbstredend. Abends Salat. Und für zwischendurch Obst und Bewegung an frischer Luft!

Aber wie viel Gesund ist eigentlich gesund?

Es fängt schon damit an, dass Penny mir vernünftiges Müsli OHNE Schoko in seinem Angebot schlichtweg verwehrt hat! Frechheit. Nicht, dass ich Schoko nicht mag. Im Gegenteil. Ich liebe Schokolade. Und brauche in sehr, sehr regelmäßigen Abständen eine gewisse Ration des süßen Suchtmittels. Ich sag nur Zucker. Nun gut, morgen früh bekomme ich sie. Unerwünschter Weise.

Was ist mit Kaffee?

Den trinke ich ausschließlich mit Zucker und Milch. Soll ja schmecken. Sicher, am Gesundtag tendiert mein inzwischen Gesunde-Ernährungs-Gen eindeutig zu ungesüßtem Tee. Ob Kräuter oder Früchte bleibt meinem Geschmack überlassen. Immerhin.

Problematisch dabei ist nur, dass mich weder Kräuter- noch Früchtetee so wunderbar aus meiner morgendlichen Aufwachphase befreit wie es der selbst aufgesetzte Kaffee vermag. Sicher, schwarzer Tee soll bekanntlich ähnliche Wirkung erzielen. Mag ich aber nicht, weil schmeckt mir nicht. Und passt allein deswegen schon nicht ins Konzept des Relaxtages, der mit dem Gesundtag auf einer Ebene steht.

Also doch lieber Kaffee mit Zucker. Fürs Relaxen unabkömmlich. Würde sonst auch mit dem Plan der möglichst vielen Bewegung an frischer Luft und eventuell Sport in Konflikt geraten. Wie nämlich soll das denn funktionieren, wenn ich in halbwachem Zustand und gefühltem (!) Flodder-mäßigem Aussehen das Haus verlasse?

Vor eine fast noch größere Herausforderung stellt mich jedoch die überaus große Schüssel Pflaumen im Kühlschrank. Richtig. Ist in der Kategorie Obst – also gesund – gelistet. Dumm nur, dass ich dem kleinen und dem großen Schatz bereits vor Tagen das Versprechen gegeben habe, die blauen, weichen Obsteier in leckeren Kuchen zu verwandeln. Konnt ja keiner ahnen, dass plötzlich Herr Gesundtag an unserer Tür klingelt und um Einlass bittet.

Ob das Argument reicht, die große Menge Obst im Kuchen gleicht Kalorien und Fett der anderen Zutaten – unter anderem Schmand und Zucker – vollständig aus? Andererseits Müsli, Reis-Gemüse-Pfanne, Salat UND natürlich viel Bewegung an frischer Luft könnten das doch in gemeinschaftlicher Absicht – aufgrund fettreduzierter Eigenschaften – hinbekommen, oder nicht?

Außerdem, es gibt genug Gründe, die dafür sprechen, die Pflaumen morgen im Rahmen eines feierlichen süßen Schmauses in den ewigen Garten der Obstsorten zu verabschieden. Eine Woche alt, erste Anzeichen von Schrumpligkeit (Moment, sollte man zum Backen nicht eher feste Pflaumen nehmen???). Und extrem wichtig, dass am Familien-Relaxtag ein selbstgebackener Kuchen auf dem Nachmittags-Kaffee-Tisch zum Verzehr bereit steht. Der Gemütlichkeit wegen. Ach ja, apropos Nachmittags-Kaffee-Tisch. Das Mittelwort steht natürlich nicht ohne Bedeutung dort. Erneute Ration Kaffee mit Milch und Zucker. Ohne geht ja gaaar nicht. Wie ungemütlich sonst.

Und außerdem machen gesunde Sachen bekanntlich nicht unbedingt satt. Also, das frische Obst am Nachmittag ersetzen wir am besten gleich durch die im Kuchen verbackten Pflaumen. Damit der ein komplettes Blech füllende Kuchen nicht schlecht wird – könnt ja passieren – essen wir eher ein Stückchen mehr davon. Was aber eventuell auch daran liegen kööönte, dass wir bekennende Kuchenliebhaber sind. Aber dafür sind wir dann abends so satt, dass wir womöglich auf den Salat verzichten können. Spart Kalorien.

Oje, jetzt meldet mein Magen auch noch einen vorzeitigen Bedarf an erneuter Nahrungsaufnahme an. Hätte ich den Kuchen schon heute gebacken, wären bis auf den Kaffee-Konflikt sämtliche Probleme für morgen gelöst:

Der Kuchen wäre bis morgen früh so gut wie aufgefuttert. Sowohl kleiner und großer Schatz bräuchten sich mit der Versuchung nicht mehr herumzuplagen. Hab ich ja dann für die Beiden übernommen. Das würden sie sicher zu schätzen wissen.

Ich hingegen hätte so starke Bauchschmerzen, dass an Essen gar nicht zu denken wäre. Die Pflaumen sind von ihrem tristlosen und kalten Dasein im Kühlschrank befreit.

Alles wäre gut.

Fast alles. Aufs Relaxen müsst ich dann wohl verzichten. Und ob das dann gesund ist?