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Nachholbedarf beim Mann?!?

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„Ich geb das nicht mehr her. Das ist MEINS!“

„Aber Schatz, das ist doch fürs Baby. Solange es noch nicht da ist, kannst du es ja haben. Und ab und zu an Sohnemann ausleihen. Aber danach…“

„NEIHEEEIIN! Dann muss das Baby ein anderes bekommen. Und Junior auch. Das hier behalte ich!“

Seit einigen Monaten schon versuche ich, großen Schatz allmählich darauf vorzubereiten, dass der Tag kommen wird, an dem er das flauschig-bequeme Stillkissen auch mal weiterreichen muss. Ein paar Wochen hat er ja noch.

Huch, das war wohl mein Todesblick

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„Sie hat genau gesehen, dass du sie mit deinen Blicken brutal getötet hast,“ ließ mich Großer Schatz am Tag nach unserer ersten Geburtsvorbereitungsstunde wissen.

Na und? Soll sie doch!
Ganz ehrlich, ich find die Hebamme absolut klasse. Gut gelaunt und superwitzig. Nur ihre Einstandsübung – für berufstätige Eltern wie wir, nach einem Zehn-Stunden-Arbeitstag – war alles andere als witzig. Nicht mal ansatzweise zum Schmunzeln geeignet. Stattdessen hätte ich lieber gleich die Flucht nach vorn bzw. nach draußen angetreten. Ernsthaft.
Acht schwangere Paare stehen sich im Kreis gegenüber und halten die Arme auf Schulterhöhe, so dass die eigenen Hände sachte aneinanderstoßen. Klingt erstmal harmlos. In Wirklichkeit ist es die Hölle. Nach zehn Minuten! Nein, das stimmt nicht ganz. Sie ist auch schon vor Ablauf der zehn Minuten eine reinste Qual.

Okay, ich geb zu, ich konnte die Uhr gar nicht sehen. Musste mich also auf meine innere Uhr verlassen. Die hingegen versicherte mir hoch und heilig, geschlagene 60 Minuten in dieser beknackten misslichen Lage gesteckt zu haben. Mein Bizeps protestierte sekündlich lauter und drohte sogar damit, mir die Oberarmenhaut zu sprengen. Jawohl!

„Ihr könnt alles tun, was ihr wollt, damit es für euch angenehmer wird – außer die Arme runternehmen“, schlug die Hebamme uns von Zeit zu Zeit vor und wiegte sich dabei selig lächelnd nach links und rechts.
Wie zu grimmigdreinblickenden Salzsäulen erstarrt, gaben alle regungslos ihr Bestes und hofften auf ein schnelles Ende dieser Endlosqual.
Nur ein einziger Teilnehmer, ein Mann, tat es der Hebamme gleich und schaukelte mit zufriedenem Gesichtsausdruck hin und her. Ohne seine Arme auch nur einen Zentimeter absacken zu lassen. Es war genau jener Mann, der mir am nächsten Tag erzählte, er – und auch die Hebamme – hätten meine Todesblicke ganz genau wahrgenommen…

Und ich hatte mir schon Sorgen gemacht, ein siebenwöchiger Partner-Geburtsvorbereitungskurs könnte meinen Schatz langweilen.

Er kann alles – er ist ein Mann

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Männer sind Alleskönner. Das Meiste vonn den unsagbar vielen Dingen, die sie können, müssen sie noch nicht einmal üben. Geschweige denn ausprobieren, um zu wissen, DASS sie es können. Ja, „können“ wäre oft auch völlig unangemessen. Besser wir Frauen sprechen gleich von „beherrschen“. So sind sie eben. Die Männer.

Wir Frauen blicken mit scheinbar verständnisvoll hochgezogenen Augenbrauen lächelnd darüber hinweg. Lassen wir sie mal in diesem Glauben.

Ab und an passiert es dann, dass mann ganz stolz sein nächstes Werk verkündet. Noch nicht fertiggestellt, weil noch gar nicht begonnen. Dass es an sämtlicher Erfahrung auf diesem Gebiet mangelt, soll das zu erwartende, professionelle Ergebnis nicht in Frage stellen.

Nehmen wir das Beispiel „Nähmaschine“:

„Ich werde mir einen Rucksack nähen“, berichtet der Mann mit stolzgeschwellter Brust und absoluter Überzeugung von seinem geplanten Projekt. Schließlich könne das gar nicht schwierig sein. Immerhin ist nicht mehr zu tun, als irgendeinen Stoff unter die Nadel zu platzieren und die Maschine den Rest erledigen zu lassen. Sagt der Mann.

Dann gibt es noch die Frau zu jener Sorte Mann. Die Frau, die das als eine von immer mal wieder aufkommenden fixen Ideen ihres Göttergatten einschätzt. Ideen, die ebenso schnell verschwinden wie sie gekommen sind. Meist ohne umgesetzt zu werden. Kennt man.

Umso größer die Überraschung, wenn frau dann abends nach Hause kommt und plötzlich zum ersten Mal Mann und Nähmaschine in trauter Zweisamkeit zu Sehen bekommt. Ein leises Fluchen rutscht gerade aus des Mannes Mund. Den Garn durch die Nadel… ganz schön verflixt. „Soll ich dir helfen, mein Schatz?“, bietet die mitfühlende Gattin an. „Nein, ich kann das alleine“, ist der Satz, der an diesem Abend noch öfter vom Mann zu hören sein wird. Aber zunächst einmal werden die bereits bearbeiteten Kunstwerke präsentiert. Zwei Hosenbeine gesäumt. Ein Klettverschluss befestigt. Ein Jackenbund gekürzt, wenn auch ohne maschinelle Hilfe. Frau begutachtet und stellt fest: Er hats wirklich drauf! Was für ein Mann!

Dass er bei der Jacke nun etwas tiefer Luft holen muss, wenn er den Reißverschluss hochziehen will… ein winziger Schönheitsfehler, der wohl nicht ins Gewicht fallen sollte. Männer habens eben voll drauf. Und wir Frauen? Stehen dem natürlich in nichts nach 😉

 

Bewährungsprobe Büchereinschlagen…

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„Jedes Jahr der gleiche Mist“, schimpft großer Schatz vor sich hin. Naja, eigentlich schimpft er mehr mich an. Aber kurz auf Anfang:

Es ist Schulanfang. Junior ist (mal wieder) mit einer großen Portion Wissen nach Hause gekommen. Nur leider befindet sich das Wissen noch nicht vollständig in seinem Kopf, sondern vielmehr in den schweren Büchern, die er uns vor die Nase hievt. Und damit den Auftrag des Lehrers, die Bücher einzuschlagen, an uns abgibt.

Na, was solls, denke ich mir und schleppe das gebundene Fachwissen am nächsten Tag in die Stadt, um auch wirklich passende Umschläge zu besorgen. Wird ja kein Problem sein. Dachte ich. Wie schnell ich meine Meinung ändern muss, merke ich schon im ersten Laden. Auf weitere Versuche verzichte ich. An einem Samstagabend nix Ungewöhnliches, oder?

Dann eben die Bastelvariante wie jedes Jahr. Folie zum Zuschneiden. Da freut sich das Portemannaie. Bloß keine selbstklebende, das ist noch furchtbarer als die „normale“. Aber sonst… Haben wir ja schon öfter geschafft. Ja, „wir“. Großer Schatz und ich. Im Team sozusagen. Wobei er die Funktion des Teamleaders übernimmt und ich seine Assistentin sein darf. Oder sein muss. Das ist nämlich nicht immer ein Vergnügen. Nicht beim Büchereinschlagen.

Vier von fünf Büchern brauchen eine schützende Umhüllung. Ganz in der Pflicht einer guten Assistentin lege ich spätabends die beiden Rollen mit der Folie zurecht. Daneben die Bücher, eine Schere und nun kanns auch schon losgehen. Das Gemecker – von großem Schatz, meine ich…
Warum ich denn keine richtigen Umschläge gekauft hätte. Weshalb ich eben nicht am Samstagabend die halbe Stadt nach eben diesen abgesucht hätte. Und warum er schon wieder den Hauptteil leisten solle.
„Ich kann das ja auch machen“, erkläre ich ihm. „Nur ich kann das leider nicht so gut wie du. Du bist der Profi.“ So richtig zieht das Argument bei ihm noch nicht. Dann mach ich das eben. Kein Problem. Und wo wir gerade beim Loslegen sind – der Klebestreifen fehlt doch noch. „Oh, ich hab da was ganz Tolles“, berichte ich ihm freudestrahlend von meinen Masking Tapes. Oder auch buntgemusterte Klebestreifen aus Reißpapier genannt. Aus Kosten- und Nutzgründen ist meine Auswahl noch sehr beschränkt. Aber um Schulbüchern etwas Farbe zu verleihen, ausreichend genug. Finde ich.

„DAS willst du nicht ernsthaft in seine Bücher kleben???“ Irgendwie kann ich aus der Reaktion von großem Schatz nicht allzu viel Sympathie für meine Idee ablesen. Im Gegenteil. Unter dieser Voraussetzung werde er sich weigern, mit mir die Bücher einzuhüllen. „Ich kann das auch selbst“, gebe ich zu verstehen und endlich gehts los…

…mit bescheidenem Ergebnis. Okaaaay, vielleicht sehen fröhlich-bunt-gemusterte Klebestreifen auf irgendwie-dahin-gefalteter Klarsichtfolie eher suboptimal aus. Dann eben doch die unscheinbaren Streifen. Wenn das nur alles wäre, was großer Schatz an meiner Version des Einfolierens zu beanstanden hätte…

Es kommt also wie es kommen muss – jedes Jahr aufs Neue – und neben mir sitzt ein pingelig-penibler Büchereinschlager männlichen Geschlechts, für den ich ausdrücklich nicht mehr tun darf, als streng vorgegebene Stellen festzuhalten. Und in sein nicht aufhörendes Gemecker über ätzende Folie und bescheuerte Bücher miteinzustimmen. Und ihm versprechen zu müssen, im nächsten Jahr nicht eher nach Hause zu kehren, bevor ich nicht die passenden – fertigen – Buchumschläge gefunden habe.

Wie um alles in der Welt unter diesen Bedingungen das letzte Buch mit zu wenig Folie davon kam – es bleibt ein ungelöstes Rätsel. Und mangels Antrieb unser beiderseits meine Aufgabe für den nächsten Abend, den Missstand zu beheben.

Vielleicht meinen es die Lehrer gar nicht so böse mit den Eltern. Und gar nicht in erster Linie so gut mit den Büchern. Vielleicht gibt es diese undankbare, absolut abscheuliche Pflichttätigkeit nur, um die partnerschaftliche Beziehung der Eltern auf die Probe zu stellen. Am sehr späten Abend auf engstem Raum, unter erschwerten Bedingungen, Zeitmangel und mit viel, viel Fluchen und ganz genau null Motivation zusammenarbeiten müssen – wofür sonst soll das gut sein?

Also an alle glücklichen Verlobten-Pärchen: bevor ihr euch wirklich die Trauringe ansteckt, schlagt erstmal ein paar Bücher in Folie und seht, ob ihr tatsächlich füreinander geschaffen seid. 😉

Hurra, hurra – sie sind wieder da

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Ich habs befürchtet. Kaum sind meine beiden Männers wieder zurück und beenden damit schlagartig meine familienfreien neun Tage, bleibt kaum noch Zeit für mich, um sich auf der momentewiese zu sonnen und sie mit den noch übriggebliebenen kleinen Geschichtchen zu versorgen. 😦

Meckern will ich aber auf gar keinen Fall. Schließlich ist es auch wiederum schön, meine beiden größte Schätze in den Armen zu halten.
Und was das „Versorgen“ angeht, bieten sie reichlich Ersatz… Während Junior sich zunächst am allermeisten über Brause und Fernsehen freut (nach neun Tagen völliger Abstinenz), humpelt großer Schatz schmerzverzerrt erstmal zur Badewanne. Sehr, sehr große Blasen an den Füßen, Krämpfe und Muskelkater in den Waden und (ach, da gibts schon noch genug andere Leidensgeschichten) hat er sich als kleine Mitbringsel „ausgesucht“.

Kurzer Dialog direkt nach Ankunft der beiden auf dem heimischen Sofa:

ich: „Möchtet ihr was trinken und was essen?“

großer Schatz (ganz geschwächt): „Ja.“

ich: „Was denn? Wir haben… oder…“

großer Schatz (noch geschwächter): „Ja.“ – „Hauptsache nicht mehr reden.“

Okay, das mit dem Reden klappt inzwischen wieder ganz gut. Jetzt liegt es nur noch an Frau Waschmaschine, die letzten „paar“ unerwünschten Nebeneffekte zu beseitigen. Mehr als zwei Touren pro Tag kann ich sie leider nicht drehen lassen. Da hat unser Raumkapazitätsmanagement etwas dagegen. Kann man nix machen.

Fazit des Kinderfreizeitlers sowie des Betreuer-Debütanten:
jederzeit sehr gerne wieder.

Und ich? Nochmal eine sooo lange (ungewohnte) Zeit alleine? Mit ganz vielen Möglichkeiten, die mir sonst eher verborgen bleiben bzw. sich von anderen Dingen zu leicht verdrängen lassen?
Aber selbstverständlich bin ich wieder mit dabei!