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Ich bin dann mal Appnehmen

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„Ich nehm dir das Ding wieder weg!“, schimpfte großer Schatz fast eine Woche lang. „Aber ich muss doch…“, begann ich mich zu rechtfertigen, „…mein Essen einloggen.“ … „Und gucken, wie viele Schritte ich schon gegangen bin.“ … „Meine Trainingseinheit eingeben.“ … „Und wichtige Informationen lesen.“

Seit zwei Wochen gibt es täglich einen Grund mehr zum Handy zu greifen als nur für kommunikative Zwecke. Ich habe (wieder) mit dem Abnehmen begonnen. Aber dieses Mal nehme ich nicht einfach so ab, ich nehme App. Mit einer App. Die Standardvariante kostenlos downloadbar. Für ein paar Euro (monatlich, jährlich oder einmalig) gibts ein paar Zusätze obendrauf. Aber der Reihe nach:

Noom Weight Loss heißt der virtuelle Coach, der Android- und iPhone-Nutzer gleichermaßen bei der Ernährungsumstellung begleitet – um nicht zu sagen, auf sanfte Weise in den Hintern tritt.
„Logge heute 3 Mahlzeiten“ oder „Erstelle einen Trainingsplan für die nächsten Wochen“. Mit diesen und anderen Aufgaben hält er mich also auf Trab. Dazwischen immer wieder Artikel wie „10 Tipps um 100 Kalorien zu sparen“ und und und. Die Belohnung gibt’s nicht nur von Frau Waage höchstpersönlich, sondern für jede erledigte Aufgabe per Punktezuschuss. Ja, richtig gelesen: Es werden Punkte gesammelt. Keine Goldmünzen wie bei Spielekonsolen. Wozu auch Goldmünzen? Simple Punkte reichen seltsamerweise völlig aus, um nicht nur von einem ins nächste Level zu gelangen, sondern auch, um sich richtig gut zu fühlen. Ausschuss des Glückshormons und so. Hilft sicherlich beim Abnehmen.

Glückshormone werden in dieser App übrigens auch ausgeschüttet, wenn das Mahlzeitendiagramm mittels Ampelsystem (rot, gelb, grün) die Mahlzeit, den Snack oder den gesamten Tag (essenstechnisch betrachtet) überwiegend als „grün“ (hervorragend) bezeichnet! Einfaches Prinzip. Klappt wunderbar. Bei mir.

„Du hast 4 Orangen verbrannt“, gratulierte mir der Coach nach einem ichHabVergessenWievieleKilometer langen und schnellen Spaziergang. Dem, der mit vier verbrannten Orangen nicht viel anfangen kann (verbranntes Obst schmeckt ja gar nicht), dem nennt der Coach sowohl verbrauchte Kalorien wie auch Schritte-Anzahl und zurückgelegte Kilometer. Schon aussagekräftiger, oder?

Als Trainingseinheiten stehen neben diversen Sportarten auch Putzen und Treppensteigen zur Auswahl. Zusätzlich gibt’s per Video-Tutorial alle paar Tage ein paar kleine, aber wirkungsvolle Übungen (ich glaube, das ist allerdings nur bei der kostenpflichtigen Variante so).

Für Nutzer, die ihr Handy ohnehin den ganzen Tag bei sich tragen, zählt der Schrittzähler fleißig mit – und erhöht auf Wunsch das täglich „geforderte“ Pensum je nachdem wie aktiv man war. Keine schlechte Idee. Wobei ich mein Schritteziel nur draußen erreiche, da das Handy (anders als vom großen Schatz vermutet) die meiste Zeit des Tages bewegungslos herumliegt. Aber nicht schlimm – Bewegung an der frischen Luft ist sowieso super.

Tja, die wichtigsten Dinge sind hoffentlich erwähnt. Sofern ich nicht vergesse mitzuteilen, dass es nicht um eine spezielle Diät an sich geht, sondern um langfristige Ernährungs- und Bewegungsumstellung. Alles ist erlaubt, man achte eben nur auf das Maß. Sehr vorbildlich.

Aaach, fast hätte ich es doch vergessen:
Es gibt noch ein tolles Forum (für alle Nutzer), in dem ein reger und in den meisten Fällen hilfreicher Austausch stattfindet. Das Team rund um die App lässt sich darüber auch direkt kontaktieren.
Kontakte zu Gleichgesinnten gibt’s übrigens auch in What’s App-Gruppen. Wer es mag. Ich mag und hab festgestellt, der Motivation in der Gruppe (einschließlich freiwillig festgelegten Wiegetag) tut das sehr gut.
In der Pro-Variante (kostenpflichtig) werden auf Wunsch auch kleine Gruppen zusammengeführt. Je nach Nutzerangabe spielen Alter, Geschlecht, Start- oder Zielgewicht und/oder Wohnort die ausschlaggebenen Faktoren.

So. Das sollte als Testbericht genügen.
Großer Schatz meckert übrigens mittlerweile seltener. Vielleicht liegt es daran, dass er sich dieselbe App installiert hat?! 😉

 

kleine Anmerkung der Fairnesshalber:
Für diesen Erfahrungsbericht habe ich eine einjährige Noom-Mitgliedschaft kostenlos erhalten. Das ist allerdings nicht der Grund, weshalb die Zeilen nur positiv ausfielen. Ich bin ganz ehrlich appsolut begeistert!

Zu finden ist die App übrigens an dieser Stelle.

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LT8709 vs. NM230

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Versprochen ist versprochen und wird…

Wie vor ein paar Tagen angekündigt, nun also mein kleiner Erfahrungsbericht mit meinen beiden „Hübschen“. Oder auch Nähmaschinen genannt.
Da wäre zum einen meine LT8709 von Lifetec (gehört zu Medion und daher zu ALDI). Meine kleine Königin und ganz klar Favoritin. Vor einem Jahr günstig online ersteigert. Gebraucht, bis auf den Rückwärtsgang voll funktionstüchtig und bis vor Kurzem superzuverlässig. 20 Nähprogramme, darunter auch Knopfloch-Programm sowie einige Stickprogramme.
Was ich an ihr sehr zu schätzen weiß:
Tragegriff. Das Zubehörfach im Anschiebetisch ist zum Aufklappen und wenn man den Anschiebetisch abnimmt, fällt nix heraus, weil das Fach in sich geschlossen ist. Es war sehr viel Zubehör dabei, wobei es sein könnte, dass die Vorbesitzerin etwas mehr reingepackt hat. Das Anleitungsheft ist absolut unkompliziert zu verstehen. Der Nähfußdruck lässt sich manuell regulieren. Die Garnrollenhalter (für die normale Garnrolle wie auch für die Zwillingsrolle) sind aus Metall und lassen sich aus der Maschine herausziehen. Die Frontklappe lässt sich ohne lästiges Aufschrauben aufklappen. Es gibt einen An- /Ausschalter (ich hab erst später gemerkt, dass das nicht immer so sein muss).

Noch ein paar Herstellerdaten obendrauf:
800 Stiche pro Minute bei einer Motorleistung von 70 Watt. Inklusive Adapter für Overlock-Garn.

Für mich als Einsteigerin die perfekte Partnerin! Nur leider hat sie in den letzten Monaten immer wieder angefangen zu Stänkern und teilweise beim Geradstich geschludert und sich dem Zickzackstich oft komplett verweigert… Nach langer, langer Fehlersuche und viel Herumtüfteln bot sich vor einer Woche spontan ein anderes Angebot.

Und zwar die NM230 (oder laut Anleitung 11230) von AEG.
Die gleichen Näh- und Stickprogramme. Etwas weniger Zubehör (dafür inklusive Zwillingsnadel). 75 Watt Motorleistung. Laut Hersteller gibt es 39 Nähprogramme, wobei erwähnt werden sollte, dass dieselben Programme einmal für eine einfache Nadel und einmal für Zwillingsnadeln aufgelistet sind (daher die hohe Programmanzahl). Das ist bei der o.g. nicht gesondert gelistet, aber genauso möglich. Sie näht soweit ganz gut. Allerdings gerät sie beim Applizieren immer wieder ins Stocken, wenn die Stichlänge zu niedrig eingestellt ist und die Naht daher knubbelig wird und der Nähfuß es nicht schafft, drüber zu fahren.
Meine Mankos sind außerdem:
Kein Tragegriff. Plastik-Garnrollenhalter (auch für die Zwillingsrolle) zum Anstecken. Will man die Schutzhaube verwenden oder die Maschine wieder in den Karton stellen, müssen die Garnrollenhalter jedes Mal abgenommen werden. Meine Befürchtung ist, dass sie irgendwann abbrechen oder zu locker sitzen, da Kunststoff leider weniger stabil ist wie Metall.
Der Nähfußdruck kann nicht manuell eingestellt werden. Die Frontklappe braucht man daher zwar in der Regel nicht unbedingt aufklappen. Wenn man dies möchte, nimmt man den Schraubenzieher (was anhand der geringen Häufigkeit nicht weiter schlimm ist). Allerdings wird die Lampe und dadurch die Frontklappe sehr schnell sehr heiß.
Womit ich übrigens auch ein großes Problem habe: Es gibt keinen An-/Ausschalter. Normalerweise knipse ich die Maschine zwischendurch immer wieder aus, wenn zum Beispiel der Stoff vorbereitet werden muss etc. Bei diesem Modell müsste jedes Mal der Netzstecker gezogen werden. Auch wenn man das Garn wechselt oder aus ähnlichen Gründen der Nadel recht nahe kommt.
Im Anschiebetisch verbirgt sich ebenfalls ein Zubehörfach. Nur kleiner als bei der LT8709. Und leider auch nicht zum Aufklappen, so dass man jedes Mal den Anschiebetisch abziehen muss und mit Pech das ganze Zubehör dabei herauspurzelt, weil es nicht in sich geschlossen ist. Dazu kommen dann die Bedenken mit eventuell abbrechendem Kunststoffnippeln durch das relativ häufige Abziehen und Aufstecken. Oder man verstaut das Zubehör anderweitig.

Ich denke, es liest sich schon heraus, wer meine klare Favoritin ist. Beide stammen aus dem untersten Preissegment (zum Einstieg wollte ich erstmal vorsichtig testen, bevor ich mich womöglich in unnötige Unkosten stürze). Ganz ehrlich, würde die LT8709 noch so fabelhaft nähen wir vor einem Jahr… Ich habe sogar schon überlegt, mir das Modell zum zweiten Mal zu ersteigern. Nur weiß ich nicht – ebenfalls gebraucht und per Postweg zugeschickt – ob und wie lange das dann gut geht. Dummerweise lässt sich das Modell nicht so einfach nachbestellen bei Lifetec (zumindest habe ich nichts gefunden. Sollte jemand mehr Glück haben, bitte unbedingt melden!).

So wirklich zufrieden bin ich mit der AEG eben nicht. Mag zum einen daran liegen, dass ich mich ungern an neue Gegebenheiten gewöhne, wenn die alten doch so wunderbar waren. Zum anderen an den o.g. Nachteilen. Ich bin stark am Überlegen, die Nähmaschine zurückzugeben. Falls jemand also eine andere Wahl zum nicht allzu teuren Preis weiß, bin ich für Hinweise jederzeit dankbar!

 

Grömitz – mehr als nur Meer

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Ist es jemandem aufgefallen? Gestern hat sich leider kein neuer federfee-allein-zu-Haus-Eintrag hier eingefunden. Lag allerdings daran, dass der Zufall das Schicksal (oder wer auch immer 🙂 ) mich zu einem Spontan-Trip an die Ostsee gerufen hat.

Kleiner Zwischeneinwand:
Ich musste kurz drüber nachdenken, ob ich den genauen Ortsnamen wirklich verraten soll. Nicht etwa aus Geheimniskrämerei. Sondern aus leichter Panik, dass sich demnächst massenhaft Touristen dorthin begeben könnten. Mehr als ohnehin schon da sind. Doch schließlich ist es dort so so toll, dass sich kurzerhand ein kleiner Erfahrungsbericht daraus machen lässt. Nein, gemacht werden muss!
Also das Ziel des Ausflugs nennt sich Grömitz. In Schleswig-Holstein.

Die im Radio immer wieder angekündigten elf (!) Kilometer Stau auf dem Weg dorthin, haben sich glücklicherweise als eine mit 80 km/h durchfahrbare Baustelle entpuppt. Alles gut auf der A1.

Laut Karte (ja, richtig KARTE, kein Navi! Navi lässt verdummen, finde ich) gibts die passende Autobahnabfahrt (Nr.13) namens Neustadt-Pelzerhaken. Schöner, viel viel schöner, ist es allerdings, wenn man schon um einiges früher abfährt (ich bevorzuge Timmendorfer Strand) und direkt entlang der Strandpromenaden bis nach Grömitz tuckert. Schneller als tuckern geht auch gar nicht. Zum einen sind es überwiegend 30er Zonen, zum anderen ist der Blick aufs Meer und die Bucht so bezaubernd, dass das Weiterfahren ohnehin schwer fällt. Das Parkplatz-Finden dagegen schon sehr…

Witzigerweise ist das die wohl einzige Situation, in der ich völlig entspannt Schrittgeschwindigkeit fahren kann, ohne genervt zu sein. (Schneller geht meist nicht, da die Fahrer vor einem das Tempo vorgeben). Die unzähligen Urlauber, meist sonnengebräunt, versprühen Urlaubsfeeling pur! Dazu das funkelnde Meer und der herrlich helle Sandstrand. Noch ein paar Boote und Yachten dazu und schon ist der Tagesurlaub perfekt, bevor er richtig angefangen hat. Am Erholungsgefühl solls jedenfalls nicht liegen.

So, ein paar Kilometer bis nach Grömitz sinds trotzdem noch. Die letzten paar müssen leider ohne Meerblick bezwungen werden. Aber die grüne Natur drumherum tut ihr Bestes, um das zu entschädigen.

Der erste Blick nach dem Eingangsschild in Grömitz fiel auf den Hinweis fürs Parkleitsystem. Normalerweise ignoriere ich derartige Nettigkeiten, da sie in der Regel viel zu kompliziert aussehen, um sie beim Fahren deuten zu können. In dem Fall wurden die Parkplätze 1 bis 3 in grüner Schrift als kostenfrei und Parkplatz 4 in rot als kostenpflichtig ausgezeichnet. Mehr erstmal nicht. Leicht zu überblicken und die Wahl dürfte wohl nicht schwer fallen *freu*
(Hatte ich wirklich nicht mit gerechnet. Im Vergleich zu anderen Kur- und Urlaubsorten eine Rarität)

Es kam sogar noch besser. Ein paar Meter weiter wurden die entsprechenden Parkplätze mit ihren Standorten angegeben (u.a. Fußgängerzone, Oststrand Kurklinik, Zentrum). Da mich die Fußgängerzone als Autofahrer allein gedanklich stressen lässt und ich mir vom Zentrum wenig freie Plätze an einem Tag wie gestern versprach, entschied ich mich kurzerhand für die Kurklinik. Kurkliniken sind meist in unmittelbarer Strandnähe. Klingt gut.

Und siehe da! Auf Anhieb ohne Suchen einen tollen Platz gefunden. Keine Parkscheibe nötig und wie versprochen kostenfrei. Ein ziemlich großer Parkplatz übrigens. *beide Daumen hoch*

Der Strand tatsächlich ein paar Meter entfernt. Sehr, sehr sauber. Außer ein paar herumfliegende Tüten nichts zum Beanstanden. Statt auf offene Mülleimer, die entweder überquellen oder als nicht zu übersehbarer Treffpunkt von Wespen genutzt wird, setzt man in Grömitz auf große, bis auf zwei Seitenschlitze geschlossene Container. In heller Sandfarbe, so dass sie fast unsichtbar wirken. Zum Sand selbst: sehr fein, sehr hell. Absolut perfekt!

Die Tageskarte für den Strand ist mit zwei Euro definitiv nicht zu teuer.

Mit mehreren kleinen Restaurants und Imbisses und mindestens einen Souvenirladen gibts eine ausreichend bunte Auswahl an allem. Ganz toll auch der Quark-Imbiss im Kulturhaus. Frischer Quark (natur oder in verschiedenen Geschmackssorten) mit frischem bzw. eingelegtem Obst und dazu auf Wunsch Müsli, Haferflocken oder andere Leckereien obendrauf. Super! Nicht immer nur Pommes mit Currywurst.

Nächster absoluter Pluspunkt für mich:
Die Toiletten. Für uns Frauen ganz wichtig. An Tagen, an denen wir besonders viel trinken müssen (ich meine Wasser) erst Recht. Aus Erfahrung bin ich öffentlichen Toiletten gegenüber extrem skeptisch eingestellt. Besonders am Strand oder Schwimmbad – mit den nassen Klamotten, Füßen, vermischt mit Dreck…weitere Ausführungen erspar ich mir mal.

Nicht so in Grömitz an der Kurpromenade. Ein Häuschen aus Stein (noch nichts Besonderes). Mit jeweils mehreren Kabinen für die Herren (gehe ich mal ungesehen von aus) und für die Damen. Alles gefliest. Und – Überraschung: der Boden ist trocken! Selbst in den Kabinen! Vielleicht war das mit dem trockenen Fußboden auch nur Glückssache. Kann ja sein. Aber die Geruchsneutralität – eine absolute Seltenheit auf öffentlichen Toiletten. Definitiv. Und dass das Papier irgendwann leer ist und frau kurz zum Taschentuch greift – bei einer sonst so guten und sogar kostenfreien (!) Toilette – lässt sich in Kauf nehmen. Finde ich. Uuuund – nicht ein einziges Mal habe ich dort die sonst übliche meterlange Schlange warten sehen!

Für Bewegungsfans außerhalb des Wassers:
Volleyballnetz und Klettergerüste für die Jüngeren.

DLRG-Türme stehen in regelmäßigen Abständen. Ich hab ehrlich gesagt nicht nachgeschaut, ob sie auch besetzt sind. Aber mindestens das DLRG-Hauptgebäude am Strand war besetzt.

Falls ihr also mal an die Ostsee wollt: Grömitz ist wirklich spitze!

Leider, leider habe ich in aller Eile, die Kurzentschlossene nun mal packt, auf die Kamera verzichtet. Dachte mir, ich erspare ihr den Nachmittag am Strand mit Sand und Hitze. Im Nachhinein sehr schade. Dafür wäre ich auch zweimal zwischen Parkplatz und Strand gependelt…
(Daher oben links ein etwas älteres Foto von der Ostsee. Nicht in Grömitz. Aber sehr nah dran.)